Kossatz - Zurück zu alter Stärke? PDF Drucken E-Mail
  
Donnerstag, den 04. März 2010 um 00:31 Uhr

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Seine Karriere verlief nach Plan. Mit 18 Jahren wurde Patrick Kossatz (24) in das Reserveteam des HSV berufen. 2007 wechselte er zu Bergedorf 85. Doch kaum dort angekommen, zog er sich eine schwere Knieverletzung zu. Die Karriere schien beendet, jetzt aber steht der Angreifer wiedererstarkt vor seinem Comeback…

Es sind die Momente, die einen jeden Fußballer vor Schreck zusammenzucken lassen. Als Patrik Kossatz sich im Jahr 2008 in einem Zweikampf das Knie verdrehte, drohte das vorzeitige Karriere-Aus.

Kossatz: „Außer dem hinteren Kreuzband war das gesamte Knie kaputt.“ Der Angreifer zog sich nicht nur eine Verletzung des vorderen Kreuzbandes zu, sondern riss sich auch das Innenband sowie den Meniskus ein. „Die Ärzte sagten mir damals, ich würde nie wieder Fußball spielen können“, berichtet Kossatz heute. Damals war er gerade 22 Jahre alt, stand am Beginn einer großen Karriere. Kossatz entstammt der A-Jugend des Hamburger SV, spielte für das Reserveteam des Bundesligisten und absolvierte sogar Testspiele für das erste Team unter Thomas Doll. Über die Stationen Hannover 96 und BV Cloppenburg ging es für Kossatz 2007 zurück nach Hamburg zu Bergedorf 85, nur ein Jahr später geschah die schwere Knieverletzung.

Rückblickend berichtet Kossatz heute: „Ich hatte zwei OP’s. Erst wurde mein Kreuzband behandelt und dabei wurde dann auch noch festgestellt, dass ich einen Knorpelschaden im Knie erlitten hatte.“ Schlimmer geht’s für einen Fußballer eigentlich nicht. Doch Kossatz hatte Glück im Unglück. „Ich habe davon profitiert, dass die Medizin in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht hat.“ Und so wurde dem Nachwuchsmann in einer zweiten Operation ein Stück Eigenknorpel entnommen, herangezüchtet und wieder eingesetzt. Kossatz: „Diese OP verlief gut und so schöpfte ich neuen Mut, irgendwann wieder Fußball spielen zu können.“ Doch zuvor quälte sich der heute 24-Jährige eineinhalb Jahre durch die Reha, um seinem Traum jeden Tag ein Stück näher kommen zu können. Eine Ausdauer, die sich auszahlte. Denn jetzt steht der Auszubildende zum Industriekaufmann wieder auf dem Fußballplatz und blickt auf eine lange Leidenszeit zurück. Widererwartend ist es jedoch nicht sein alter Verein Bergedorf 85, für den der Wiedergenesene künftig die Fußballschuhe schnüren wird, sondern die Eintracht aus Norderstedt.

Wie kam es dazu? „Eigentlich war ich mir mit Bergedorf schon einig, absolvierte im Januar auch Trainingseinheiten. Doch dann sagte man mir, ich sei nicht finanzierbar“, erläutert Kossatz. Und so schaute sich der Angreifer um, landete schließlich in Norderstedt. „Ein Verein mit Perspektive. Mein Bruder Björn (kickt heute bei Concordia, d. Red.) spielte bereits dort und so kam der Kontakt zustande.“ Bis 2010 hat er bei der Eintracht unterschrieben – mit der Option auf Verlängerung bis 2011. Doch über die Zukunft macht sich der Offensivmann derzeit keine Gedanken. „Ich habe während meiner Pause gelernt, von Tag zu Tag zu denken.“ Angst vor einer erneuten Verletzung hat Kossatz nicht. Denn, so argumentiert er mit einer Portion Selbstironie, sein Verletzungspech habe er schließlich bereits voll ausgereizt.

 

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